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Warum die besten Fachkräfte nicht aktiv auf Jobsuche sind

Inhaltsverzeichnis

Die besten Fachkräfte sind oft genau diejenigen, die gerade nicht aktiv auf Jobsuche sind.

Sie haben einen festen Arbeitsplatz, kennen ihr Umfeld, ihre Kollegen und ihre Abläufe. Vielleicht sind sie nicht vollkommen zufrieden – aber auch nicht unzufrieden genug, um abends Stellenanzeigen zu durchsuchen oder Bewerbungen zu schreiben.

Genau deshalb ist Wechselbereitschaft etwas anderes als aktive Jobsuche.

Eine Fachkraft kann grundsätzlich offen für eine bessere berufliche Möglichkeit sein, ohne selbst den ersten Schritt zu machen.

Für Unternehmen entsteht daraus eine wichtige Erkenntnis:

Wer nur auf aktiv Suchende wartet, übersieht viele interessante Kandidaten.

Entscheidend ist deshalb zu verstehen, warum Menschen in einem bestehenden Arbeitsverhältnis überhaupt über einen Wechsel nachdenken – und wie Unternehmen diese Wechselbereitschaft gezielt ansprechen können.

Warum gute Fachkräfte oft keinen akuten Wechsel planen

Wer gut in seinem Beruf ist, hat häufig bereits einen Arbeitsplatz.

Das bedeutet zunächst Sicherheit.

Das monatliche Gehalt kommt zuverlässig, die Abläufe sind bekannt und viele Entscheidungen im Arbeitsalltag laufen automatisch. Kollegen, Führungskräfte, Arbeitsweg und Aufgaben sind vertraut.

Ein neuer Arbeitgeber bedeutet dagegen Unsicherheit.

Wie ist das Team wirklich?

Wie verhält sich die Führungskraft?

Sind die versprochenen Arbeitszeiten tatsächlich so?

Passt die Unternehmenskultur?

Wie sicher ist die neue Stelle nach der Probezeit?

Selbst wenn der aktuelle Arbeitgeber nicht perfekt ist, hat der bestehende Arbeitsplatz deshalb einen entscheidenden Vorteil:

Man weiß, was man hat.

Genau diese Sicherheit sorgt dafür, dass viele Fachkräfte nicht aktiv nach einer Alternative suchen.

Sie benötigen einen konkreten Grund, überhaupt über einen Wechsel nachzudenken.

Was einen Wechsel überhaupt auslöst

Nur selten beginnt ein Arbeitsplatzwechsel mit dem Gedanken:

„Ich brauche unbedingt einen neuen Job.“

Häufiger entsteht Wechselbereitschaft schrittweise.

Vielleicht verändert sich die Führungskraft.

Die Arbeitsbelastung steigt.

Eine versprochene Gehaltserhöhung bleibt aus.

Der Arbeitsweg wird zunehmend belastend.

Entwicklungsmöglichkeiten fehlen.

Die Schichtplanung passt nicht mehr zum Privatleben.

Oder eine Fachkraft merkt, dass sie bei einem anderen Arbeitgeber deutlich bessere Rahmenbedingungen haben könnte.

Der entscheidende Punkt ist:

Menschen wechseln selten wegen einer Stellenbeschreibung. Sie wechseln, weil sie sich von einer neuen Situation eine konkrete Verbesserung versprechen.

Deshalb müssen Unternehmen verstehen, welche Verbesserungen für ihre Zielgruppe tatsächlich relevant sind.

Warum Sicherheit und Gewohnheit Menschen im aktuellen Job halten

Ein Arbeitsplatzwechsel ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden.

Auch wenn ein neues Unternehmen objektiv attraktiv erscheint, muss eine Fachkraft ihre aktuelle Sicherheit aufgeben.

Sie verlässt bekannte Kollegen.

Sie muss sich in neue Abläufe einarbeiten.

Sie startet möglicherweise erneut mit einer Probezeit.

Der Arbeitsweg kann sich verändern.

Auch familiäre Verpflichtungen oder finanzielle Verantwortung spielen eine Rolle.

Diese psychologischen Hürden werden im Recruiting häufig unterschätzt.

Bei einem aktiv suchenden Kandidaten ist der innere Entschluss zum Wechsel bereits gefallen.

Bei einer wechselbereiten Fachkraft ist das anders.

Sie muss zunächst überzeugt sein, dass die mögliche Verbesserung groß genug ist, um das vertraute Umfeld zu verlassen.

Das bedeutet:

Je sicherer sich eine Fachkraft in ihrer aktuellen Situation fühlt, desto relevanter muss das neue Angebot sein.

Welche Wechselmotive wirklich relevant sind

Gehalt spielt natürlich eine Rolle.

Aber die Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber wird nur selten ausschließlich anhand des Gehalts getroffen.

Je nach Zielgruppe können völlig unterschiedliche Faktoren entscheidend sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • kürzere Fahrtwege
  • bessere oder planbarere Arbeitszeiten
  • mehr Flexibilität
  • höhere Vergütung
  • weniger Überstunden
  • bessere Führung
  • mehr Anerkennung
  • modernere Arbeitsmittel
  • größere Verantwortung
  • bessere Entwicklungsmöglichkeiten
  • langfristige Sicherheit
  • ein angenehmeres Arbeitsumfeld

Eine Fachkraft mit Familie reagiert möglicherweise stärker auf planbare Arbeitszeiten als auf einen kleinen Gehaltsunterschied.

Eine andere Fachkraft ist mit ihrem Gehalt zufrieden, möchte aber endlich mehr Verantwortung übernehmen.

Wieder jemand anderes würde allein wegen eines deutlich kürzeren Arbeitswegs ernsthaft über einen Wechsel nachdenken.

Deshalb sollte ein Unternehmen nicht nur fragen:

„Welche Benefits bieten wir?“

Sondern:

„Welche konkreten Gründe könnten dafür sorgen, dass unsere Zielgruppe ihren aktuellen Arbeitgeber überhaupt verlassen würde?“

Warum Arbeitgeberangebote oft zu generisch sind

Viele Stellenangebote klingen austauschbar.

„Attraktive Vergütung.“

„Tolles Team.“

„Sicherer Arbeitsplatz.“

„Spannende Aufgaben.“

„Flache Hierarchien.“

Solche Aussagen sind nicht automatisch falsch.

Das Problem ist nur: Fast jeder Arbeitgeber verwendet sie.

Für eine Fachkraft, die aktuell keinen Wechsel plant, entsteht dadurch kaum ein Grund, sich näher mit dem Angebot auseinanderzusetzen.

Wenn jemand bereits einen sicheren Arbeitsplatz hat, muss die neue Möglichkeit einen konkreten Unterschied sichtbar machen.

Ein gutes Arbeitgeberangebot beantwortet deshalb nicht nur:

„Was bieten wir?“

Sondern vor allem:

„Was wird für die Fachkraft konkret besser, wenn sie zu uns wechselt?“

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

„30 Tage Urlaub“ ist eine Information.

„Mehr Zeit für Familie und Freizeit durch planbare Arbeitszeiten und 30 Tage Urlaub“ beschreibt einen möglichen Nutzen.

„Attraktives Gehalt“ ist abstrakt.

Eine klare und greifbare Verbesserung ist deutlich relevanter.

Wie man Aufmerksamkeit bei passiven Kandidaten erzeugt

Eine Fachkraft, die nicht aktiv sucht, hat nicht darum gebeten, eine Stellenanzeige zu sehen.

Sie befindet sich gerade nicht in einem Bewerbungsprozess.

Deshalb funktioniert die Ansprache solcher Kandidaten anders als bei aktiv Suchenden.

Der erste Schritt besteht nicht darin, sofort eine Bewerbung zu verlangen.

Der erste Schritt besteht darin, Relevanz zu erzeugen.

Eine Botschaft muss innerhalb weniger Sekunden die Frage beantworten:

„Warum könnte das für mich interessant sein?“

Dafür müssen Unternehmen ihre Zielgruppe verstehen.

Welche Probleme beschäftigen diese Fachkräfte?

Welche Aspekte ihres aktuellen Arbeitsplatzes stören sie?

Welche Wünsche haben sie?

Welche Verbesserungen wären stark genug, zumindest über einen Wechsel nachzudenken?

Je besser diese Fragen beantwortet werden, desto stärker kann die Arbeitgeberbotschaft auf die tatsächliche Lebensrealität der Zielgruppe zugeschnitten werden.

Warum Timing und Relevanz zusammengehören

Dasselbe Jobangebot kann für dieselbe Fachkraft heute völlig uninteressant sein und einige Monate später plötzlich relevant werden.

Der Grund dafür ist Timing.

Vielleicht wurde gerade eine Beförderung abgelehnt.

Vielleicht hat sich die Schichtplanung verändert.

Vielleicht zieht die Familie um.

Vielleicht gibt es einen Konflikt mit einer Führungskraft.

Vielleicht beginnt die Fachkraft erstmals ernsthaft über ihre berufliche Entwicklung nachzudenken.

Unternehmen können diesen Moment nicht immer vorhersagen.

Sie können aber dafür sorgen, dass ihre Botschaft wiederholt sichtbar wird und relevant genug ist, um wahrgenommen zu werden.

Moderne Mitarbeitergewinnung ist deshalb nicht nur eine Frage der Reichweite.

Sie ist eine Kombination aus:

richtiger Zielgruppe + relevanter Botschaft + richtigem Zeitpunkt.

Wie aus „eigentlich zufrieden“ konkretes Interesse wird

Eine Fachkraft muss ihren aktuellen Job nicht hassen, um zu wechseln.

Oft reicht die Erkenntnis:

„Das könnte für mich tatsächlich besser sein.“

Der Prozess läuft häufig in mehreren kleinen Schritten ab.

Zunächst entsteht Aufmerksamkeit.

Dann erkennt die Fachkraft einen persönlichen Vorteil.

Sie informiert sich über das Unternehmen.

Sie vergleicht die neue Möglichkeit mit ihrer aktuellen Situation.

Erst danach entsteht echtes Interesse.

Das bedeutet auch:

Der Einstieg sollte möglichst niedrigschwellig sein.

Wer von einer bislang passiven Fachkraft sofort Lebenslauf, Anschreiben und umfangreiche Unterlagen verlangt, baut eine unnötig hohe Hürde auf.

Menschen, die gerade erst beginnen, über einen Wechsel nachzudenken, benötigen zunächst einen einfachen Weg, Interesse zu zeigen.

Wie Unternehmen ihre Arbeitgeberbotschaft ausrichten sollten

Viele Unternehmen kommunizieren aus ihrer eigenen Perspektive.

„Wir suchen Verstärkung.“

„Wir sind ein wachsendes Unternehmen.“

„Wir bieten einen sicheren Arbeitsplatz.“

Für eine Fachkraft ist jedoch eine andere Frage entscheidend:

„Warum sollte ich meinen aktuellen Arbeitsplatz dafür verlassen?“

Eine gute Recruiting-Botschaft muss deshalb konsequent aus Sicht des Kandidaten entwickelt werden.

Statt lediglich Anforderungen und allgemeine Benefits aufzuzählen, sollten Unternehmen konkrete Wechselgründe sichtbar machen.

Nicht nur:

„Wir bieten flexible Arbeitszeiten.“

Sondern:

„Mehr Planungssicherheit für Ihren Alltag durch verlässliche Arbeitszeiten.“

Nicht nur:

„Gute Entwicklungsmöglichkeiten.“

Sondern:

„Übernehmen Sie mehr Verantwortung, statt in Ihrer aktuellen Position auf der Stelle zu treten.“

Die konkrete Formulierung hängt immer von der jeweiligen Zielgruppe ab.

Das Prinzip bleibt jedoch gleich:

Eine Arbeitgeberbotschaft muss zuerst für die Fachkraft relevant sein.

Wechselmotive sollten systematisch erarbeitet werden

Genau hier scheitern viele Recruiting-Maßnahmen.

Unternehmen veröffentlichen eine Stelle und verwenden dieselben Botschaften, die sie bereits seit Jahren einsetzen.

Dabei wird kaum geprüft, ob diese Botschaften für die gesuchte Zielgruppe überhaupt relevant sind.

Ein sinnvoller Prozess beginnt deshalb früher.

Unternehmen sollten sich vor der Kandidatenansprache unter anderem folgende Fragen stellen:

Welche Fachkräfte möchten wir erreichen?

Welche berufliche Situation haben diese Menschen aktuell?

Welche Gründe sprechen aus ihrer Sicht gegen einen Wechsel?

Welche konkreten Verbesserungen könnten einen Wechsel attraktiv machen?

Welche Einwände müssen wir ausräumen?

Welche Vorteile unterscheiden uns tatsächlich von anderen Arbeitgebern?

Je besser diese Fragen beantwortet werden, desto gezielter kann anschließend die Ansprache aufgebaut werden.

Talent Engine™ zeigt Unternehmen, wie sie diese Wechselmotive selbst nutzen

Genau an diesem Punkt setzt die Talent Engine™ von SkyHire Consulting an.

Dabei geht es nicht nur darum, Anzeigen zu schalten.

Der Prozess beginnt bereits bei der Frage, welche Fachkräfte erreicht werden sollen und warum diese überhaupt über einen Wechsel nachdenken könnten.

Im Modul Talent Intelligence™ lernen Unternehmen, ihren Talentmarkt, ihre Zielgruppe und relevante Wechselmotive strukturiert zu analysieren.

Darauf aufbauend zeigt Attention Engine™, wie aus diesen Erkenntnissen eine Ansprache entwickelt wird, die auch bei Fachkräften Aufmerksamkeit erzeugt, die aktuell nicht aktiv suchen.

Mit dem Conversion Funnel™ wird anschließend ein einfacher Weg geschaffen, über den Interessenten ohne unnötige Hürden Kontakt aufnehmen können.

Smart Qualification™ zeigt, wie Kandidaten vorqualifiziert und ungeeignete Bewerbungen früh gefiltert werden.

Über Interview Flow™ wird der Übergang in den Auswahlprozess strukturiert.

Und mit Hiring Control™ lernen Unternehmen, Ergebnisse und Feedback zu nutzen, um ihr Recruiting kontinuierlich zu verbessern.

Das Ziel ist nicht, dauerhaft eine einzelne Kampagne von einem externen Dienstleister durchführen zu lassen.

Das Ziel ist:

Das Unternehmen versteht den Prozess selbst und baut eine eigene Recruiting-Infrastruktur auf, die es für zukünftige Vakanzen wiederverwenden kann.

Wissen statt dauerhafter Abhängigkeit

Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer einzelnen Recruiting-Maßnahme und einem eigenen Recruiting-System.

Eine Kampagne kann kurzfristig Bewerbungen liefern.

Ein Recruiting-System schafft internes Wissen und einen wiederholbaren Prozess.

Unternehmen lernen selbst:

  • wie sie ihre Zielgruppe analysieren,
  • wie sie Wechselmotive identifizieren,
  • wie sie relevante Botschaften entwickeln,
  • wie sie Fachkräfte erreichen,
  • wie sie Bewerber qualifizieren,
  • wie sie den Prozess anhand echter Ergebnisse verbessern.

Dadurch beginnt die Mitarbeitergewinnung bei der nächsten Vakanz nicht wieder vollständig von vorne.

Der Prozess ist bereits vorhanden.

Er muss nur auf die jeweilige Stelle angepasst und erneut eingesetzt werden.

Fazit

Die besten Fachkräfte sind häufig nicht aktiv auf Jobsuche.

Nicht weil sie niemals wechseln würden.

Sondern weil ihr aktueller Arbeitsplatz Sicherheit bietet und bisher kein ausreichend relevanter Grund für einen Wechsel entstanden ist.

Unternehmen, die wechselbereite Fachkräfte gewinnen möchten, müssen deshalb verstehen, was ihre Zielgruppe wirklich bewegt und welche Verbesserung stark genug ist, um einen Wechsel interessant zu machen.

Erst danach sollte entschieden werden, wie und über welche Kanäle diese Fachkräfte angesprochen werden.

Denn moderne Mitarbeitergewinnung beginnt nicht mit einer Stellenanzeige.

Sie beginnt mit der Frage:

„Warum sollte eine gute Fachkraft ihren sicheren Arbeitsplatz für unser Unternehmen verlassen?“

Mit der Talent Engine™ von SkyHire Consulting lernen Unternehmen Schritt für Schritt, genau diese Frage zu beantworten und daraus ihr eigenes Recruiting-System aufzubauen.

Bauen Sie Ihr eigenes Recruiting-System auf

Mit Talent Engine™ erhalten Sie einen strukturierten Prozess, mit dem Sie lernen, wechselbereite Fachkräfte selbst zu erreichen, vorzuqualifizieren und in Ihren Einstellungsprozess zu überführen.

Recruiting-System aufbauen

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Yusuf Emik

Ursprünglich Maschinenbau-Ingenieur mit Erfahrung in der Automobil- und E-Health-Branche, seit 2020 passionierter Geschäftsführer und Consultant bei SkyHire.

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Ursprünglich Maschinenbau-Ingenieur mit Erfahrung in der Automobil- und E-Health-Branche, seit 2020 passionierter Geschäftsführer und Consultant bei SkyHire.